Hamburgensien
In dieser Rubrik biete ich allen Besuchern meiner Website und somit auch den “Nicht-Hamburgern“ oder “Quiddjes“ gute Informationen über Hamburg und gebräuchliche Hamburger Begriffe. Für die “Vollblut-Hanseaten“ sind vielleicht auch noch Neuigkeiten dabei. Diese Daten hat mir mein Webmaster John T. aus dem Archiv des Hamburger Abendblattes zur Verfügung gestellt.
"Enjoy and have fun, Euer Horst"
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Tüdelband
- An de Eck steiht 'n Jung |
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Palmaille
- Spielbahn und Prachtstraße Palmaille
- Die seit dem Jahre 1713 zu Altona gehörende Palmaille galt vor allem
durch die klassizistischen Bauten des dänischen Architekten Christian
Frederik Hansen (1756 - 1845), der in Haus Nummer 116 wohnte, als große
Sehenswürdigkeit. Die
Palmaille entstand entlang dreier Spielbahnen, die der letzte
Schauenburger der Pinneberger Linie, Graf Otto V. (gestorben 1640), im
Jahre 1638 hatte anlegen lassen, und zwar für das mit Schlaghämmern
betriebene Ballspiel Palle Maglio (italienisch palle = Ball, maglio = hölzerner
Schläger), eine Art Krocket, das sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts
von Italien aus in großen Teilen Europas ausbreitete und schließlich
umgangssprachlich zu "Palmaille" abgeschliffen wurde. Aus den
Spielbahnen entstanden vielerorts später Prachtstraßen, beispielsweise
die Pall Mall in London - und der Jungfernstieg! |
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Pankoken-Kapelle
- Musik mit dicken Backen Pankoken-Kapelle
- Obwohl die Trupps aus drei oder vier Musikern mit Melonen (schwarzen Hüten)
auf den Köpfen, die bis in die Fünfzigerjahre auf behördlich
genehmigten Wegen durch die Ortsteile zogen, teilweise Töne produziert
haben sollen, die platt waren wie ein Pannkoken (Pfannkuchen), geht
diese Bezeichnung nicht auf die Mehlspeise zurück, sondern auf
Leberecht Pankoken, den Sohn eines Klarinettenspielers aus Krempe, der
in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hamburg eine solche Gruppe
zusammenbrachte. Sie
bestand aus Direktor Pankoken (Schalmei), dem Geigenspieler Krukenberg
(Bogen fettig, Saiten aus Bindfäden), dem Posaunisten Klüten (meist
unpässlich) und einem Herrn Stint mit seiner Klarinette, die stets
verstopft war, obwohl er eifrig die Backen aufblies und rüstig die
Finger bewegte. |
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Michel
- Symbol für Hamburg |
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duhn
- Een beten angetütert |
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überkandidelt
- Etwas zu fröhlich |
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Quiddje
- Eigentlich ein Fremder |
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Hummel, Hummel Wer kennt ihn nicht diesen Hamburger
"Schlachtruf". Diesen Erkennungsruf, durch den Hamburger
selbst in fernen Erdteilen zusammenfinden? "Hummel" war ursprünglich
der Spitzname eines Wasserträgers. Er hieß eigentlich Johann Wilhelm
Bentz. Er lebte von 1787 bis 1854. Durch eine familiäre Enttäuschung
wurde der einst fröhliche Bentz verbittert und trübsinnig, schon der
kleinste Ärger konnte ihn zu maßlosem Zorn reizen. Wie wurde aus dem
Bentz ein "Hummel"? Es gab damals einen alten Stadtsoldaten
namens Daniel Christian Hummel. Er war eine auffallende, immer mit einem
roten Artilleristenrock und Orden geschmückte Persönlichkeit. Durch
die Schilderung seiner angeblichen Kriegserlebnisse war er bei der
Stadtjugend sehr beliebt. Sie begrüßten ihn schon von Weiten mit einem
lauten "Hummel-Hummel" .
In die Wohnung dieses Hummel zog nach dessen Tod der
Wasserhändler Bentz. Seine seelische Verfassung und seine äußere
Erscheinung trugen dazu bei, ihn als komische Figur anzusehen, womit er
die Aufmerksamkeit der Straßenjungen erregte. Da "hummeln"
auch soviel wie murmeln, brummen bedeutet, übertrugen sie den Namen
ihres Soldatenidols auf ihn als Spitznamen. Bentz
beschimpfte jedoch die kleinen Spötter unflätig mit einem lauten
"Mors - Mors"! (Mors ist der nieder-deutsche Ausdruck für das
Götzzitat). Er merkte nicht, dass er durch seinen Zorn und die stets
gleiche Antwort die Jungen immer aufs Neue veranlasste, ihm ihr
"Hummel -Hummel" entgegenzurufen. So wurde schon zu Bentzens
Lebzeiten der Hummelruf und seine Antwort zum Allgemeingut der
Hamburger. |
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Kibbelkabbel
- Stock und Stöckchen |
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Swutsch
- Irgendwo unterwegs |
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Rundstück
- Hamburger Brötchen Rundstück
- Ein richtiges Hamburger Brötchen wird mit weißem Mehl gebacken, sein
Äußeres ist rund bis leicht länglich, es hat weder Kniff noch Falte,
und dieses glatte runde Stück heißt an der Elbe eben Rundstück. So
wurde es bereits kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg von Hamburger Bäckern
angeboten - und kein echter Hamburger kennt das anders. Wer aber irgendwo in fernen deutschen Landen, wo die dortigen Einwohner von Brötchen, Schrippen, Semmeln oder noch fremdartigeren Gebilden reden, allerdings nach einem "Rundstück" oder gar nach einem "Runds-tück" mit spitzem norddeutschen s-t verlangt, muss auf die verständnislose Rückfrage gefasst sein: "Was, bitte, wollen Sie?" In Hamburger Gaststätten wurde früher als schnell zubereitetes Zwischengericht häufig "Rundstück warm" angeboten. Dafür schnitt man ein Rundstück in zwei Hälften, belegte sie mit Scheiben von Schweine- und Rinderbraten und übergoss das Ganze mit warmer, dunkler Bratensoße. |
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Tschüs
- Gruß zum Abschied Tschüs -
Inzwischen versteht man in ganz Deutschland den Abschiedsgruß
"Tschüs!", der so schön kurz und prägnant ist, aber ursprünglich
war er vor allem im Norden und gerade in den Hansestädten zu hören. |
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Udel
- Im Dienst geschlafen |
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Fellvoll
- Prügel beziehen |
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Putzbüdel
- Für Bart und Haare |
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Bangbüx
- Ängstlich wie Hasen |
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krüsch
- Lustlos im Spinat |
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Klein
Erna - Hamburger Deern |
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Puschen
- Bequem am Fuß Puschen - Norddeutsche Kurzform für Pampuschen, was so viel wie weiche Filzpantoffeln oder Hausschuhe bedeutet. Daniel Tilgner leitet das Wort vom arabischen babusch über das franz. babouche ab, während Pantoffeln auf das ital. pantofola zurückführen. Ganz Deutschland kennt die Ausdrücke "Pantoffelheld" oder "unter dem Pantoffel stehen", die geradezu nach der Emanzipation des Mannes im häuslichen Bereich schreien. In Hamburg sagt man auch "Komm endlich in die Puschen!", wenn sich jemand beeilen soll. Als in den Fünfzigerjahren die ersten flimmernden Fernsehgeräte in den Wohnzimmern auftauchten und Mama und Papa es sich auf dem Sofa mit Bier, Knabberzeug und Puschen gemütlich machten, nannte man das Fernsehgerät spöttisch Puschenkino. |
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Schute
- Lastkähne im Hafen |
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Fleet
- Kanäle in der Stadt |
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Kloogschieter
- Platt klingt hier besser |
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Pennschieter
- Geizig oder sparsam? |
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appeldwatsch
- Quer und wunderlich |
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Moin
- Gruß für Tag und Nacht |
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Labskaus
- Essen der Matrosen |
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Heiermann - Fünf Mark in der Hand |
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Lütt
un Lütt - Korn und kleines Bier |
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Kiez
- Was "Kiez" bedeutet |
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Sottje - Schwarz vom Ruß Sottje - Ein Schornsteinfeger wurde im Hamburger Volksmund scherzhaft Sottje genannt, außerhalb der Stadt im Holsteinischen auch Sottjer oder Suttje. Diese Bezeichnung geht natürlich auf das plattdeutsche Wort Sott für "Ruß" zurück (sotten = rußen, schwärzen), den zu entfernen ja die Aufgabe des Schornsteinfegers war und´ der an dessen Arbeitskleidung, Gesicht und Händen haften blieb. Er war ein schwarzer Mann, wie die Angehörigen besonders schmutztreibender Berufe genannt wurden, und diente im Alltag sowohl als angeblicher Glücksbringer (mit Zylinder) als auch als Kinderschreck ("Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?"). Ein Sottbalken ist übrigens ein Rauch- oder Räucherbalken, also ein geschwärzter Balken über der Feuerstelle. |
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Tallymann
- Zählen mit Kerbholz |
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Snuten
un Poten - Mit Kraut und Mus |
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Elbsegler
- Mütze für die Küste |
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Sabbelbüdel
- Dumm Tüch reden |
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He
lücht! - Tühnkram im Hafen Dieser
Ausspruch heißt auf Hochdeutsch Er lügt! und wurde und wird auch heute
noch von Arbeitern und Seeleuten auf den Kais, Docks und großen Pötten
den Passagieren zugerufen, die auf Barkassen und Schiffen in Hamburg
eine Hafenrundfahrt machen und dabei den Übertreibungen, den Döntjes
(Anekdoten) und dem Tühnkram (Flunkereien) der Fremdenführer am
Mikrofon ausgesetzt sind. Den Landratten kann man nämlich allerlei erzählen
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Rummelpott - Von Tür zu Tür Rummelpott - Weit verbreitet war früher die Kindersitte zu Silvester, "Rummelpott zu laufen". Die Kleinen verkleideten sich, zogen in Gruppen von Tür zu Tür und baten um kleine Geschenke sowie um Snopkram (plattdeutsch snopen = naschen). Dabei sagten sie kurze Verse auf, etwa: "Rummel, rummel, rooken, schenk mi 'n Appelkoken!" Das plattdeutsche rummeln bedeutet "poltern, Lärm machen", und das taten die Kinder, indem sie an einem mit einer Schweinsblase überzogenen Topf (Pott oder Putt) einen Stock auf und ab bewegten. Dabei entstand ein brummendes Geräusch, so dass jeder wusste: "Der Rummelpott ist da!" Meistens lagen bereits einige vom Weihnachtsfest nachgebliebene Süßigkeiten bereit. |
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Duckdalbe - Pfähle in den
Hafen gerammt Duckdalbe - Die Rammpfahlgruppen zum Festmachen der Schiffe im Hafen nennt man Duckdalben, auch Duckdalven oder Düükdalven geheißen - in Hamburg, aber nicht nur in Hamburg. Wie viele Begriffe, die in der Seefahrt und an der Küste benutzt werden, scheint die Bezeichnung aus dem Niederländischen übernommen worden zu sein: dukdalf, wohl zu dallen (= "Pfähle") und ducken (= "sich neigen, tauchen"), also "geneigte Pfähle" oder "eingetauchte Pfähle". Ein Beleg aus dem Jahr 1740 spricht für die Pfahlgruppe von Duc d'Alben, ein weiterer aus Amsterdam von duc Dalba (1568). Das weist auf den Herzog von Alba (Duc d'Alba - 1507 bis 1582) hin, der die Niederlande für Spanien unterworfen hatte. Die Erläuterung auch hier: "Pfahlgruppe, die zur Befestigung von Schiffen in den Hafen eingerammt ist". Doch diese verbreitete Erklärung ist sicher sekundär und mehr als eine Lautspielerei zwischen dem spanischen Duc d'Alba und Duckdalben zu werten. |
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Alsterwasser
- Bier und Limonade |
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Peterwagen
- Falsch verstanden |
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klönen
- Gemütlich plaudern |
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Grog
- Rum muss, Wasser kann |
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vigeliensch - Verzwickte
Situation vigeliensch - Wenn eine Sache oder Angelegenheit als vigeliensch bezeichnet wird, so meint der Hamburger, dass sie knifflig oder verzwickt ist. Das Wort wird auch im Sinne von hinterhältig, verrückt, schlau, durchtrieben, gewandt oder geschickt gebraucht. "Dascha vigeliensch!", sagt man. Das Ganze hat etwas mit der Violine zu tun, die auf Plattdeutsch Vigelien heißt und die bekanntlich nicht so leicht zu beherrschen und zu spielen ist, ohne dass es schlimme Misstöne gibt. Wer es dennoch schafft, hat es vigelant - also geschickt - hinbekommen. "Dat speelt keen Vigelien" bedeutet: "Das spielt keine Rolle", und im Hochdeutschen wie im Niederdeutschen kennen wir die Ausdrucksweise "Die erste Geige spielen" oder "Das Sagen haben", die auf Platt "De eerst Vigelien spelen" lautet. |
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Altona - All to nah bi
Hamborg Jeder kennt den westlichen Bezirk Altona, der heutzutage ein entscheidender Teil der Freien und Hansestadt Hamburg ist. Er wurde aber erst 1937 mit dem Vollzug des Groß-Hamburg-Gesetzes eingemeindet, und zwar als bis dahin selbstständige Großstadt in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. 1640 war die Stadt unter dänische und 1866 unter preußische Herrschaft gekommen. Die Keimzelle soll aber eine Rotbierkneipe in der Grafschaft Pinneberg gewesen sein, die 1536 ein Mann von der nicht mehr existenten Insel Grevenhof gegründet hatte und um die herum sich Handwerker und Fischer ansiedelten - nach Ansicht des Hamburger Rates all to nah ("allzu nah") an der Stadtgrenze. |
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Tante Meier - Beeten
schenierlich Bei diesem Ausdruck handelte es sich keineswegs um die Verwandtschaftsbezeichnung innerhalb einer Familie mit weit verbreitetem Namen: In Hamburg bedeutet "Ich geh ma ehm nach Tante Meier" nichts anderes als die Absicht, austreten, zur Toilette gehen zu wollen. Die Klarform wurde als zu schenierlich (peinlich) empfunden. Allerdings war die Toilette früher nicht so bequem zu erreichen und zu benutzen wie heute. Es galt schon als Komfort, wenn sie am Treppenabsatz für mehrere Mietparteien untergebracht war, aber häufiger war sie im Häuschen auf dem Hof mit Eimer oder Grube unter dem Sitz zu finden. In freier Natur ging man nicht nach Tante Meier, sondern zu Mudder Gröön. |
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bregenklöterig - Klappern
im Kopf Wer bregenklöterig oder brägenklüterich ist, ist "schwachsinnig, verwirrt, verrückt", "trübsinnig" oder "benommen". "Opa is all bannich bregenklöterig", soll andeuten, dass der alte Mann nicht mehr alles auf die Reihe bringt und ein bisschen tüterig ist. Der Bregen ist das Gehirn oder der Schädel (vgl. engl. brain), klötern heißt "klappern, rasseln", so dass im Plattdeutschen bei der Zusammensetzung zum Adverb wieder einmal ein überaus anschaulicher Ausdruck entstanden ist für den Zustand, bei dem "das Gehirn im Schädel klappert". |
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Missingsch - Hochdeutsch mit
viel Platt So wurde die Mischung aus Plattdeutsch und Hochdeutsch genannt, die in Norddeutschland früher häufig zu hören war, in Hamburg hauptsächlich in den Arbeiter- und Hafenvierteln, wobei die Sprecher mit s-pitzer Zunge über den s-pitzen S-tein s-tolperten. Vera Möller (1911 bis 1998) in ihrer Sammlung über Klein Erna und der Schriftsteller Dirks Paulun (1903 bis 1976; "Wommasehn!") schrieben perfektes Hamburger Missingsch. Kurt Tucholsky (1890 bis 1935) liefert uns in seinem "Schloss Gripsholm" eine unübertreffliche Definition des Begriffs: "Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück." |
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Seemannsgarn - Nicht wahr, aber schön: Seemannsgarn - An Bord der Segelschiffe mussten die Matrosen, wenn Zeit war oder Flaute herrschte, Seemannsgarn spinnen, aus altem Tauwerk dünnes Kabelgarn zum Bekleiden der Trossen und Taue drehen. Dabei wurden Döntjes (plattdeutsche Anekdoten) und Geschichten erzählt, langatmig, häufig geflunkert (flunkern = lügen, prahlen) und in der Regel ohne großen Tiefgang. Wenn so ein Seemann an Land in dieser Weise seine meist nicht der Wahrheit entsprechenden, aber eindrucksvollen Erlebnisse mit Klabautermännern (Schiffskobolden), Piraten, Meerungeheuern und Kannibalen zum Besten gab und die Landratten mit großen Augen an seinen Lippen hingen, war er dabei, im übertragenen Sinne Seemannsgarn zu spinnen. |
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bruttig - Vor dem Gewitter bruttig ? Wenn man in Hamburg sagt, die Luft sei bruttig (oder bruddich ), so bedeutet das, dass die Wetterlage schwül gewittrig brütend und drückend ist. Die Luft „steht “, es weht keine frische Brise, der Kreislauf wird belastet, die geringste Anstrengung führt zur Erschöpfung, und selbst die Einkehr in ein Freiluftrestaurant ist keine reine Freude mehr. Es droht ein Gewitter, unter diesen Umständen sogar ein „reinigendes Gewitter “. bruttig hat natürlich etwas mit dem Verb „brüten “zu tun, das schon im ahd. bruoten die Bedeutung „brüten, wärmen, braten“ hatte. |
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Rudolf
Kinau - Bruder von Gorch Fock |
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Blankenese
- Wohnen am Hang |
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Fischmarkt
- Trubel am Sonntag |
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Feudel, Leuwagen - Hamburger
unter sich Feudel, Leuwagen usw. - Ein Feudel ist der Scheuerlappen, mit dem der Boden <gefeudelt (aufgewischt) wird (ndd. Feueldoog). Der Feudel wird nicht über einen Schrubber gelegt, sondern über einen Leuwagen (Scheuerbürste mit langem Stiel), nachdem er in das Wasser des Feudeleimers eingetaucht und mit großem Körpereinsatz ausgewrungen worden ist. Der Eimer wurde am Handstein gefüllt und geleert (Ausguss mit hoch angebrachtem Wasserhahn). Zum Reinigen von Tisch, Geschirr und Herd diente das Fatuch (Wischtuch, Fatt-Doog = "Schüsseltuch"). Zum Aufnehmen des Zusammengefegten hantiert man mit Handeule und Schaufel (Handfeger und Kehrblech) - früher wurden die Flügelfedern der Eule dazu benutzt. |
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kattameng
- Zwei Hände mehr kattameng - "Dat geiht nur kattameng!" oder "Dat mök wi kattameng" bedeutet in Hamburg die Aufforderung, mit anzupacken, etwas zu zweit zu erledigen, weil es für eine einzelne Person allein nicht oder nur schwer zu schaffen wäre. Es handelt sich hier um die phonetische Übernahme eines französischen Begriffs in die Umgangssprache: à quatre mains heißt "zu vier Händen" oder "vierhändig auf dem Klavier zu spielen". |
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Schulterblatt
- Knochen vom Wal Schulterblatt - Die Straße Schulterblatt im Grenzbereich von St. Pauli, Altona und Eimsbüttel erhielt 1841 offiziell diesen Namen, der aber im Volksmund bereits seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich war. Er geht zurück auf ein Wirtshaus, in dem Seeleute und vor allem Walfänger verkehrten. Der Wirt hatte sich das Schulterblatt eines Wals mitbringen lassen, es bunt bemalt und als nicht zu übersehendes Aushängeschild vor seine Gaststube gehängt. Damals spielte der Walfang, der heute mit Recht unterbleiben muss, eine wichtige Rolle im Hamburger Wirtschaftsleben, und neben Walöl, Fischbein und Walfleisch fanden Walknochen und Walfischrippen eine praktische Verwendung im Alltag, etwa als Tor- und Eingangsbogen oder als Abweiser am Rande der Fußwege. |
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Köhlbrand
- Fahrrinne nach Süden Köhlbrand - Der Köhlbrand, die mehr als 300 Meter breite Fahrrinne zwischen Süder- und Norderelbe, entstand im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts, als schwere Sturmfluten die Elbinsel Gorieswerder in zwei Teile getrennt hatten. Der Name rührt daher, dass an seinen Ufern Köhler Holzkohle brannten und an die Schiffer verkauften. Bis ins 19. Jahrhundert war der Köhlbrand ein Werftenstandort. Nach dem 3. Köhlbrandvertrag zwischen Preußen und Hamburg von 1908 wurde der Elbarm vom heutigen Kohlenschiffhafen 600 Meter westlich verlegt und auf damals 8,40 Meter vertieft. Die Landzunge Köhlbrandhöft mit dem 1961 errichteten Klärwerk trennt die alte von der neuen Durchfahrt, die nicht zu verfehlen ist: Ein Wahrzeichen Hamburgs, die Köhlbrandbrücke, überspannt weit sichtbar den Elbarm. |
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Mit
Zucker bestreut Appelpankoken Appelpankoken - Wie man Pankoken ("Pfannkuchen") eigentlich nicht essen sollte, hat uns Henry Vahl als "Schneider Nörig" im Ohnsorg-Theater unvergesslich vorgemacht: zu heiß, zu kalt, zu süß, mit "zweierlei" Marmelade - dem alten Gnatterbüdel ("Nörgler") war nichts recht, obwohl seine Tochter (Hilde Sicks) sich alle Mühe gegeben hatte: 250 g Mehl mit vier Eiern, 3/8 l Milch und Salz zu einem glatten Teig verrühren und 30 Minuten quellen lassen. Margarine in der Pfanne erhitzen, den Boden flach mit Teig bedecken, bei Appelpankoken mit Apfelspalten belegen, anbacken, dann wenden und die andere Seite backen, warm servieren und mit Zucker bestreuen. Zum Wenden nehmen Sie am besten einen Pfannenheber und versuchen keinen schwungvollen Salto aus der Pfanne heraus. |
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Matjes
- Jung, mild und zart Matjes - Eine vom niederländischen maatjesharing (eigentlich: "Mädchen-Jungfern-Hering") abgeleitete norddeutsche Bezeichnung für einen noch nicht geschlechtsreifen Hering, der weder Milch noch Rogen enthält und Ende Mai bis Mitte Juni in Salzlauge eingelegt ursprünglich aus Irland, Schottland oder Holland geliefert worden ist. Die "Matjes-Zeit" wurde auch in Hamburg sehnsüchtig erwartet, die Gaststätten änderten die Speisekarte, und Mutter kennt viele verschiedene Rezepte und Variationen. Man verspeist die milden Filets entweder ganz ohne was, verarbeitet sie zu Tatar oder serviert sie "nach Hausfrauenart" mit einer Soße aus Äpfeln, Zwiebeln und Sahne. Dazu gibt es Pellkartoffeln oder Schwarzbrot. |
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Quartiersmann - Zu viert im
Speicher Quartiersmann - Eine Hamburger Bezeichnung für einen Lagerunternehmer, der Schiffsladungen wie beispielsweise Kaffeebohnen, Tee oder Gewürze sortierte, begutachtete, Muster anfertigte und dann sachkundig zwischenlagerte, früher in mehrstöckigen Speichern in den alten Lagerhauskomplexen, während die Firmen heute wegen des schnellen Güterumschlags fast alle aus der Speicherstadt in ebenerdige Lagerräume umgezogen sind. Quartiersleute heißen nicht so, weil sie den Waren ein "Quartier" (lat. quartarius = Viertel, Unterkunft) gaben, sondern weil sie sich traditionell zu Vierergruppen zusammenschlossen (lat. quattuor = vier), die nach dem Vormann benannt wurden, wobei die Teilhaber als Consorten firmierten. Das ergab dann so schöne Bezeichnungen wie zum Beispiel Wilh. Meyer & Cons. GmbH. |
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Hamburgensie
- Nur in Hamburg Hamburgensie - Eine Hamburgensie ist etwas unverwechselbar auf Hamburg Bezogenes, nur oder hauptsächlich in Hamburg Vorkommendes. Im engeren Sinne galt der Begriff für die pittoreske grafische Darstellung Hamburger Motive (Peter Suhr, 1829, Wilhelm Heuer<, 1853-64), dann für Bücher mit Hamburger Bildern und über Hamburgs Stadtgeschichte, darüber hinaus für Besonderheiten der Hamburger Verwaltung ("Ewiger Senat" bis 1996) oder Hamburger Lebensart. Mit etwas Verwegenheit könnte man die Stichwörter dieser Rubrik Hamburgensien nennen. Es gibt sogar Leute, die bezeichnen die proprietäre Schreibung des Thalia Theaters ohne Bindestrich als Hamburgensie, obwohl es sich hierbei um keine Hamburgensie, sondern schlicht um einen Fehler handelt. |
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Lili
Marleen - Vor der Kaserne Das berühmteste Soldatenlied aller Zeiten ("Vor der Kaserne, vor dem großen Tor") wurde von dem Hamburger Lehrer und Dichter Hans Leip (1893 - 1983) verfasst, als er 1915 als Gardefüsilier eingezogen worden war. 1937 vertonte nach Rudolf Zink einer der Komponisten des Dritten Reiches, Norbert Schultze (geb. 1911, "Bomben auf Engelland"), erneut die sentimentalen Reime eingängig im Marschrhythmus. Sängerin war Liselotte Helene Bunnenberg aus Bremerhaven, die sich Lale Andersen (1905 - 1972) nannte. Der Start der Platte war ein Reinfall. Nur wenige Exemplare wurden verkauft, bis der deutsche Soldatensender Belgrad am 18. August 1941 das Lied zum ersten Mal spielte und seinen Erfolg bei allen Armeen und über alle Fronten hinweg begründete. |
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Hans
Albers - Groß, blond, blaue Augen Der "große, blonde Hans mit den blauen Augen", der Schauspieler, der in 500 Bühnenstücken und 176 Filmen zu sehen war, der Draufgänger, für den unsere Mütter und Großmütter schwärmten, der Sänger, der nicht gerade schön, aber so unverwechselbar La Paloma und Auf der Reeperbahn nachts um halb eins singen konnte, war ein echter Hamburger Jung. Hans Albers wurde am 22. September 1891 in St. Georg, Lange Reihe 71, geboren. Obwohl seit dem Blauen Engel (1930, mit Marlene Dietrich und Emil Jannings) ein Star der Ufa und 1943 Hauptdarsteller im Jubiläumsfilm Münchhausen, hielt er Distanz zum NS-Regime. Sein St.-Pauli-Streifen Große Freiheit Nr. 7 (1944) durfte im Reichsgebiet nicht gezeigt werden. Albers starb am 24. Juli 1960 am Starnberger See. |
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Oskar vom Pferdemarkt -
Wucht in Tüten Oskar vom Pferdemarkt - Mit Pferdemarkt ist der Bereich zwischen Thalia-Theater und Steinstraße gemeint, der 1946 in Gerhart-Hauptmann-Platz umbenannt wurde, und bei Oskar handelt es sich um ein Hamburger Original mit dem bürgerlichen Namen Fritz Krüger (geb. 11. April 1902, gest. 18. Februar 1969 in Hamburg). Der gelernte Maschinenschlosser wuchs auf St. Pauli auf, bevor er zum "König der Straßenhändler" avancierte. Bis 1940 baute er seinen Stand ausgerechnet neben dem riesigen Karstadt-Warenhaus auf, das er spöttisch als "seine Filiale" bezeichnete. Wegen seiner flotten Sprüche war sein Stand immer dicht umlagert, obwohl er nur so banale Dinge wie Rasierklingen ("Na, Mutti, mal probiern?"), Blutstiller ("Erst in die Backe schneiden und dann auftupfen!") oder Seife (". . . haste dir bei deine schwere Arbeit schwarze Pfoten geholt . . .") anbot. Ihm verdanken wir die Aussprüche "Wucht in Tüten" oder "frech wie Oskar" sowie das verkaufsfördernde Rezept: "Wer kein Geld hat, langt dem Nebenmann in die Tasche, vielleicht hat der noch was!" Nach dem Krieg betrieb Oskar erst eine Kantine im Wohnlager Stadtpark, dann zog es ihn wieder auf die Straße, obwohl ihm 1951 als Schlichter einer Schlägerei der Kehlkopf zertrümmert worden war |
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Knick - Typisch für
Holstein Knick - Diese Wallhecken sind charakteristisch für die Holsteiner Landschaft. Die Knicks entstanden am Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge der Agrarreform mit Auflösung der Feldgemeinschaft>, der Verkoppelung (Koppel = eingezäunte Weide) und dem Einhegen von Wiesen und Feldern. Die gesammelten Feldsteine wurden am Rande aufgeschichtet, mit der Erde der beidseitig ausgehobenen Entwässerungsgräben bedeckt und mit Sträuchern wie Hasel, Holunder, Weißdorn, Ahorn, Eiche, Hainbuche, Esche und Weide bepflanzt, so dass eine Abgrenzung wie auch ein Windschutz entstand. Alle sieben Jahre wurde der Knick abgeholzt, also geknickt, damit er nicht auswuchs, wobei die so genannten Pfahleichen stehen blieben. Im Zuge der großflächigen Landwirtschaft gerieten die Knicks jüngst in Gefahr, so dass die ökologisch wertvollen Biotope mit ihrem Vogel- und Artenreichtum unter gesetzlichen Schutz gestellt werden mussten. Ein Feldweg zwischen den Knicks wird Redder genannt. |
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Birnen, Bohnen, Speck -
Schmeckt vorzüglich Dieses typisch norddeutsche Gericht, in einigen Familien auch "Grööner Heini" genannt, muss man Besuchern aus Süddeutschland in der Regel zuerst aufzwingen, bevor sie zugeben: Es schmeckt vorzüglich! Den durchwachsenen, geräucherten Speck mit Pfefferkörnern 20 Minuten kochen lassen, dann die abgefädelten und abgeschnittenen Brechbohnen in vier Zentimeter lange Stücke teilen und mit etwas Salz und Bohnenkraut zum Speck geben. Von den reifen, aber festen Kochbirnen die Blütenansätze herausschneiden, sie ansonsten mit Stiel in den Topf legen und das Ganze in 20 Minuten fertig garen lassen. Die Brühe abgießen, abschmecken, mit Gustin binden, wieder unterrühren und den Speck in Scheiben schneiden. Als Beilage eignen sich Salzkartoffeln. |
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Hanse
- Bund der Städte Hanse - Bezeichnung für die im Spätmittelalter entstandenen Zusammenschlüsse deutscher Kaufleute im Ausland, die schließlich in einen norddeutschen Städtebund mündeten, in dem Lübeck für den Ostseeraum und Hamburg für die Handelswege Richtung Nordsee, England und Flandern führend waren. Das Wort kommt von ahd. hansa ("Kriegerschar") und dem mndd. hanse, hense ("Handelsgesellschaft") und wurde als düdesche hense 1358 zum Namen des Bundes. Die Hanse stand 1370 mit dem Sieg über Dänemark (Frieden von Stralsund) auf dem Höhepunkt ihrer politischen Macht, die mit der Entdeckung Amerikas, der Verlagerung der Handelsrouten, dem Erstarken der englischen und niederländischen Seemacht und dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges jedoch zusammenbrach. 1630 bestand die Hanse nur noch aus Lübeck, Bremen und Hamburg, die die Bezeichnung Hansestadt im Namen ("Hanseat", "hanseatisch") bis heute stolz und unbeirrt wie ein zweites Ich beibehalten haben, nicht nur auf den Autokennzeichen. |
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Köhlbrandbrücke
- Wahrzeichen Hamburgs Das Bauwerk des Architekten Egon Jux über den 325 Meter breiten Elbarm Köhlbrand zwischen Norder- und Süderelbe gilt als schönste moderne Brücke Europas und zählt nach seiner Freigabe am 20. September 1974 durch den damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel zu den Wahrzeichen Hamburgs. Die Schrägseilbrücke misst mit Auffahrten 3940 Meter, ruht auf 75 Pfeilern und weist eine Durchfahrtshöhe von 53 Metern auf. Das Kernstück der Brücke (520 m) hängt an zwei 135 Meter hohen Pylonen mit 88 Stahlseilen, die allerdings bereits nach vier Jahren erneuert werden mussten. Anlässlich der Einweihung marschierten 630 000 Besucher an drei Tagen über die Brücke, obwohl die Hansestadt ja nicht gerade arm an Brücken ist: Rund 230 von ihnen gibt es (wenn wir alle Stege und Übergänge mitzählen, sind es sogar 2453). |
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Richard
Ohnsorg - Aus Liebe zum Theater Hamburger Schauspieler, Regisseur, Bibliothekar, Dr. phil., geboren am 3. Mai 1876 und gestorben am 10. Mai 1947 in der Hansestadt, gründete 1902 mit anderen Laiendarstellern eine plattdeutsche Bühne, die 1920 in Niederdeutsche Bühne umbenannt wurde, große Erfolge errang und 1936 ein festes Haus an den Großen Bleichen beziehen konnte. Seit 1946 heißt die Bühne Ohnsorg-Theater nach ihrem Begründer und nicht etwa, weil dort ohne Sorge Komödien dargeboten werden, wie es außerhalb und sogar innerhalb Hamburgs vielfach angenommen wird. Ab 1954 im Fernsehen (auf Hochdeutsch) übertragen, wurde das Ensemble mit Heidi Kabel und Henry Vahl an der Spitze bundesweit bekannt. |
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verballhornen - Fehler im
Druck Dieser Ausdruck ist durchaus hanseatischen Ursprungs, aber da er mit einem negativen Beigeschmack behaftet ist, wird man in Hamburg nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Schuldige nicht an der Elbe, sondern an der Trave, in der Hansestadt Lübeck, zu lokalisieren sei: Der Buchdrucker Johann Ballhorn (1528-1603), der dort 1586 eine Ausgabe des Lübischen Rechts veröffentlichte, hatte dabei eine Todsünde der Schwarzen Kunst begangen: Er gab den Satz ohne vorherige Korrektur in den Druck. Sein Werk enthielt derart viele Fehler, Drehungen, Klitterungen und auf unfreiwillige Weise sogar neue Wörter, dass ihm die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, den neuen Fachbegriff Verballhornung oder verballhornen von seinem Namen abgeleitet zu sehen. |
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Pharisäer
- Rum unter Sahne Pharisäer - Ein Pharisäer ist ein an der gesamten norddeutschen Küste verbreiteter Kaffeepunsch, der auch in Hamburg nach folgendem Rezept zubereitet wird: Sahne mit Zucker und etwas Vanillezucker sehr steif schlagen, kühl stellen, dann in einen Kaffeebecher einen Teelöffel Zucker geben, mit warmem Rum aufgießen, den heißen, starken Kaffee darüber verteilen und gut umrühren, bis der Zucker gelöst ist. Zuletzt wird das Getränk mit einer dicken Sahnehaube garniert und sofort serviert. Warum nennt man eine solche Kreation aber "Pharisäer"? Fast jeder Ort der Nordseeregion reklamiert für sich folgende Geschichte: Der Dorfpastor hatte wieder einmal gegen den übermäßigen Alkoholkonsum seiner Schäfchen gewettert und stattdessen den Genuss von Kaffee und Kuchen bei Geselligkeiten empfohlen. Die Bauern versteckten den Rum deshalb unter der Sahnehaube der Kaffeetasse. Als der Pastor das merkte, schimpfte er: "Oh, ihr Pharisäer!" |
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Düpe
- Tiefe des Wassers Dieser Begriff bedeutet so viel wie "Tiefe" (ndd. düpen = "vertiefen, tauchen", aber auch "einstippen", etwa den Keks in den Kaffee düpen). Hier geht es um die Düpe als Bezeichnung für eine hinreichende Wassertiefe im Hamburger Hafen, die nicht erst heutzutage angesichts der Elbvertiefung ein Problem darstellt. Seit 1555 führten die beiden jüngsten Ratsherren als Düpeherren, später als Präsides der Düpekommission die Aufsicht über das Fahrwasser, deren Aufgaben 1814 auf die Schifffahrts- und Hafendeputation und 1863 auf den Strom- und Hafenbau überging. Die Düpeherren kümmerten sich auch um die Reinhaltung der Fleete, so dass sich der Ausdruck Fleetenkieker, der später zur Bezeichnung der privaten Abfallsammler wurde, ursprünglich auf sie bezog. |
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